Kaum ein Gesundheitsthema hat sich in so kurzer Zeit so radikal verändert wie das Abnehmen. Medikamente, die ursprünglich für Menschen mit Typ-2-Diabetes entwickelt wurden, helfen heute Millionen Menschen mit starkem Übergewicht, Gewicht zu verlieren, das sie über Jahre nicht losgeworden sind. Wenn du gerade über eine Abnehmspritze nachdenkst, sie bereits nutzt oder einfach verstehen willst, worüber alle reden: Dieser Guide gibt dir die klaren, einordnenden Antworten, die im Arzttermin oft zu kurz kommen.

Wir sind ein Unternehmen für Nahrungsergänzung, kein Pharmahersteller, und wir verkaufen keine Spritze. Genau deshalb können wir das Thema so behandeln, wie es selten passiert: ehrlich, mit Quellen, und mit dem Blick auf das, was viele unterschätzen. Denn die Spritze nimmt dir den Hunger. Sie nimmt dir nicht die Verantwortung dafür, dass aus Gewichtsverlust auch echte Gesundheit wird.

Das Wichtigste in Kürze

Abnehmspritzen sind verschreibungspflichtige Medikamente aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten. Sie verstärken das Sättigungsgefühl und senken den Appetit, sodass die Energieaufnahme deutlich sinkt. Für Menschen mit Adipositas können sie, verschreibungspflichtig und ärztlich verordnet, Teil der Behandlung von starkem Übergewicht sein.

Drei Dinge solltest du von Anfang an wissen:

  • Ein relevanter Teil des verlorenen Gewichts, in Zulassungsstudien rund 25 bis 40 Prozent, stammt nicht aus Fett, sondern aus fettfreier Masse (u. a. Muskulatur).
  • Weil du deutlich weniger isst, sinkt auch die Zufuhr wichtiger Nährstoffe. Vitamin D, Magnesium, Vitamin B12, Eisen und weitere können knapp werden.
  • Krafttraining, ausreichend Protein und eine gezielte Nährstoffversorgung sind keine Extras, sondern entscheiden darüber, ob du am Ende gesünder oder nur leichter bist.

Im Rest dieses Guides werden wir konkret: Was die Spritze ist, wie sie wirkt, was sie kostet, welche Risiken es gibt, was gerade Neues kommt, und vor allem, wie du den Prozess mit Ernährung, Training und Versorgung wirklich für dich nutzt.

Was Abnehmspritzen sind und welche es aktuell gibt

Hinter dem Begriff Abnehmspritze stecken keine Wundermittel, sondern Wirkstoffe mit klaren Namen. Die bekanntesten sind Semaglutid und Tirzepatid. Sie gehören zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten, die ein körpereigenes Darmhormon nachahmen, das Sättigung signalisiert.

Im Alltag begegnen dir vor allem drei Markennamen. Ozempic enthält Semaglutid und ist eigentlich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen, wird beim Abnehmen aber häufig außerhalb dieser Zulassung eingesetzt. Wegovy enthält denselben Wirkstoff Semaglutid und ist die ausdrücklich für die Gewichtsreduktion bei Adipositas zugelassene Variante. Beide stammen vom dänischen Hersteller Novo Nordisk. Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid kommt vom US-Hersteller Eli Lilly und wirkt über zwei Hormonwege gleichzeitig, was in Studien zu einer stärkeren Gewichtsreduktion führte.

Wegovy ist in der Europäischen Union seit Anfang 2022 zur Behandlung von starkem Übergewicht zugelassen und in Deutschland seit Mitte 2023 verfügbar. Welches Präparat für wen geeignet ist, entscheidet immer dein Arzt oder deine Ärztin, abhängig von Diagnose, Vorerkrankungen und Begleitumständen. Ein ausführlicher Vergleich der drei Mittel findest du im Artikel Ozempic, Wegovy, Mounjaro: was die Abnehmspritzen unterscheidet.

Wie die Abnehmspritze wirkt

GLP-1-Rezeptoragonisten ahmen das Hormon GLP-1 nach, das dein Darm nach dem Essen ausschüttet. Dieses Signal sorgt dafür, dass du dich satt fühlst, verlangsamt die Magenentleerung und dämpft den Appetit. Das Ergebnis ist spürbar: Du hast schlicht weniger Hunger und isst von selbst weniger.

Tirzepatid, der Wirkstoff in Mounjaro, wirkt zusätzlich an einem zweiten Hormonrezeptor, dem GIP-Rezeptor. Diese Doppelwirkung gilt als Grund dafür, dass die Gewichtsreduktion hier im Schnitt höher ausfällt.

In der Praxis kann die Energieaufnahme unter diesen Medikamenten um bis zu 40 Prozent sinken. Das erklärt, warum der Gewichtsverlust oft deutlich ist, und es erklärt gleichzeitig das zentrale Problem dieses Guides: Wer 40 Prozent weniger isst, nimmt nicht nur weniger Kalorien auf, sondern auch weniger Eiweiß, weniger Vitamine und weniger Mineralstoffe.

Für wen die Spritze gedacht ist und was sie leisten kann

Abnehmspritzen sind für Menschen mit Adipositas oder mit Übergewicht und zusätzlichen Risikofaktoren entwickelt worden, nicht als Lifestyle-Abkürzung für die letzten paar Kilo. Für Betroffene, die über Jahre erfolglos versucht haben abzunehmen, kann das Medikament nach ärztlicher Entscheidung ein Baustein der Behandlung sein. Es ist verschreibungspflichtig und wird ärztlich verordnet, das möchten wir an der Stelle noch einmal betonen. Der reduzierte Appetit kann Raum schaffen für mehr Bewegung, weniger Belastung für Gelenke und Stoffwechsel und für einen neuen Bezug zum eigenen Körper.

Die in Studien erreichten Gewichtsreduktionen sind erheblich und liegen je nach Wirkstoff und Dosis im zweistelligen Prozentbereich. Das ist eine Größenordnung, die mit Ernährung und Sport allein für viele Menschen mit Adipositas kaum erreichbar war.

Entscheidend ist die Haltung dahinter. Die Spritze ist ein medizinisches Werkzeug, kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil. Sie schafft das Zeitfenster, in dem eine Umstellung leichter fällt, weil der ständige Hunger wegfällt. Was du in diesem Fenster aufbaust, an Ernährungsgewohnheiten, an Muskulatur, an Nährstoffversorgung, entscheidet darüber, wie nachhaltig der Erfolg ist.

Was die Abnehmspritze kostet und wann die Kasse zahlt

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Abnehmspritzen zur reinen Gewichtsreduktion derzeit nicht. Wer die Mittel allein zum Abnehmen nutzen möchte, braucht in der Regel ein Privatrezept und zahlt selbst.

Die monatlichen Kosten sind relevant: Wegovy liegt bei bis zu rund 276 Euro pro Monat, Mounjaro bei bis zu rund 490 Euro. Anders sieht es bei einer Diabetes-Erkrankung aus, hier ist eine Verordnung auf Kassenrezept für die entsprechenden zugelassenen Präparate möglich.

Ein Punkt wird häufig übersehen: Diese Therapien sind auf Dauer angelegt. Setzt man das Medikament ab, nehmen die meisten Menschen wieder zu. Was du gegen diesen Effekt tun kannst, behandeln wir im Abschnitt zum Absetzen und ausführlich im Artikel Nach der Abnehmspritze: Gewicht halten und den Jojo-Effekt vermeiden.

Nebenwirkungen und Risiken: die ehrliche Kehrseite

Kein wirksames Medikament ist ohne Nebenwirkungen, und Ehrlichkeit gehört zu einer seriösen Einordnung. Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Durchfall oder Verstopfung. Sie treten vor allem zu Beginn und nach einer Dosissteigerung auf und lassen im Verlauf oft nach. Eine langsame, schrittweise Steigerung der Dosis verbessert die Verträglichkeit.

Seltener, aber ernster sind mögliche Risiken, die in den Fachinformationen und Studien genannt werden: akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gallenblasenprobleme, durch Flüssigkeitsverlust bedingte Belastung der Nieren und schwere Magen-Darm-Reaktionen. Wichtig zur Einordnung: Große Auswertungen stützen kein generelles Pankreatitis-Risiko der gesamten Wirkstoffklasse, und der rasche Gewichtsverlust selbst ist bereits ein Risikofaktor für bestimmte Beschwerden.

Auch die Datenlage zur Langzeitsicherheit ist noch begrenzt. Die längsten kontrollierten Studien laufen bei Semaglutid über rund vier Jahre, bei Tirzepatid über rund zwei Jahre. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, die Therapie ärztlich begleiten zu lassen und auf den eigenen Körper zu achten. Wie du typische Magen-Darm-Beschwerden über die Ernährung abfedern kannst, liest du im Artikel Nebenwirkungen der Abnehmspritze: wie Ernährung und Nährstoffe die Umstellung erleichtern.

Was sich gerade entwickelt: Tabletten und neue Wirkstoffe

Das Feld bewegt sich schnell, und es lohnt sich, die Richtung zu kennen. Seit Anfang 2026 gibt es eine orale Form von Semaglutid, also eine Tablette statt einer Spritze, die über eine spezielle Technologie im Magen aufgenommen wird. Für viele Menschen senkt das die Hemmschwelle, weil die bisher notwendige Injektion wegfällt.

Mit Orforglipron arbeitet Eli Lilly an einem oralen Wirkstoff, der als kleines Molekül aufgebaut ist und ohne strenge Einnahmeregeln rund um Mahlzeiten auskommen soll. Er ist noch nicht zugelassen, Wirksamkeit und Sicherheit sind nicht abschließend bewertet. Der Hersteller strebt allerdings eine Zulassung an, ob und wann sie kommt, bleibt abzuwarten.

Noch weiter gehen kombinierte Ansätze, die allerdings ebenfalls noch nicht zugelassen sind und deren Wirksamkeit und Sicherheit nicht abschließend bewertet sind. Retatrutide wirkt an drei Hormonrezeptoren gleichzeitig; frühe Studiendaten deuten auf eine Gewichtsreduktion in Richtung 24 bis 26 Prozent hin. CagriSema, eine Kombination aus Cagrilintid und Semaglutid, erreichte in Studien rund 20 Prozent Gewichtsreduktion nach 68 Wochen. Für beide gilt: Die Hersteller streben eine Zulassung an, ob und wann sie kommt, bleibt abzuwarten. Bei all diesen Fortschritten bleibt die Grundlogik dieselbe: Je stärker der Appetit gedämpft wird, desto wichtiger wird, wie gut du die verbleibende Nahrung nutzt.

Der unterschätzte Preis: Muskelverlust

Hier liegt der wichtigste blinde Fleck, über den im Hype selten gesprochen wird. Wenn du schnell und deutlich abnimmst, verlierst du nicht nur Fett. Ein erheblicher Teil des verlorenen Gewichts stammt aus fettfreier Masse (u. a. Muskulatur). Über die Zulassungsstudien hinweg (u. a. STEP-1, SURMOUNT-1), zusammengefasst in einer Übersichtsarbeit (Neeland et al. 2024), liegt dieser Anteil bei etwa 25 bis 40 Prozent.

In der STEP-1-Studie zu Semaglutid sank die fettfreie Masse um rund 13 Prozent, und je nach Auswertung machte sie einen großen Teil des Gesamtverlusts aus. In der SURMOUNT-1-Studie zu Tirzepatid lag der Anteil der fettfreien Masse am Gewichtsverlust bei rund einem Viertel. Die genauen Zahlen unterscheiden sich, die Botschaft ist aber eindeutig: Muskelverlust ist real und relevant.

Warum das ein Problem ist: Muskulatur ist nicht nur für Kraft und Beweglichkeit zuständig, sie ist auch stoffwechselaktiv und beeinflusst, wie viele Kalorien dein Körper in Ruhe verbraucht. Wer Muskeln verliert, schwächt langfristig genau die Struktur, die hilft, das Gewicht später zu halten. Die gute Nachricht: Du kannst gegensteuern. Wie genau, liest du im Artikel Muskelabbau unter der Abnehmspritze: wie viel du verlierst und wie du gegensteuerst.

Was mit deiner Nährstoffversorgung passiert

Wenn die Nahrungsmenge stark sinkt, sinkt fast zwangsläufig auch die Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen. Hinzu kommt, dass sich unter der Spritze oft die Lebensmittelauswahl verändert und die Vielfalt abnimmt. Genau das ist in Untersuchungen zu beobachten.

Zu den Nährstoffen, die bei reduzierter Zufuhr am ehesten knapp werden können, gehören Vitamin D, Magnesium, Kalium, Cholin, Eisen, Vitamin B12, Calcium und Thiamin, also Vitamin B1. Das ist keine theoretische Sorge, sondern ein praktisches Versorgungsthema, das in der Begleitung oft zu kurz kommt.

Fachlich wird deshalb empfohlen, auf nährstoffdichte, eiweißreiche Kost zu achten, die Versorgung ärztlich im Blick zu behalten und Lücken gezielt zu schließen, unter anderem über ein Multivitamin. Welche Nährstoffe konkret betroffen sind und wie du deinen Status prüfen lassen kannst, vertieft der Artikel Nährstoffmangel unter der Abnehmspritze: welche Vitamine und Mineralstoffe knapp werden.

Die drei Säulen, die über deinen Erfolg entscheiden

Wenn du die Spritze als das siehst, was sie ist, nämlich ein starkes Werkzeug das dir ein Zeitfenster zum Abnehmen öffnet, dann entscheiden drei Säulen darüber, was du in diesem Fenster aufbaust.

Die erste Säule ist die Ernährung. Bei wenig Appetit zählt nicht mehr, möglichst wenig zu essen, sondern das Wenige richtig zu wählen: viel Eiweiß, hohe Nährstoffdichte, klare Mahlzeitenstruktur. Der vielleicht größte Nebeneffekt der Spritze ist, dass sie eine echte Ernährungsumstellung erlaubt, am besten begleitet vom konsequenten Tracken der Mahlzeiten, weil du dabei lernst, was du wirklich isst. Mehr dazu in den Artikeln Ernährung unter der Abnehmspritze und Mahlzeiten tracken.

Die zweite Säule ist Krafttraining. Es ist das wirksamste Mittel gegen den Muskelverlust, und es ist kein Profithema: Zwei bis vier Einheiten pro Woche, die die gesamte Muskulatur ansprechen, reichen als Grundlage. Ausreichend Protein und Training gehören dabei zusammen, Protein allein genügt nicht. Die Details findest du in Krafttraining unter der Abnehmspritze und Protein unter der Abnehmspritze.

Die dritte Säule ist die Nährstoffversorgung. Sie ist die stille Grundlage, ohne die die ersten beiden Säulen wackeln. Wer zu wenig isst, muss umso gezielter dafür sorgen, dass die wichtigen Mikronährstoffe nicht zu kurz kommen.

Wo gezielte Nahrungsergänzung wirklich Sinn ergibt

Eines vorweg, damit es klar ist: Kein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt die Spritze, verstärkt ihre Wirkung oder behandelt Übergewicht. Supplements gehören in eine andere Spur, nämlich die der Grundversorgung. Genau dort können sie unter einer Abnehmspritze sinnvoll sein, weil die reduzierte Nahrungsmenge Lücken hinterlässt.

Wenn du dauerhaft deutlich weniger isst, wird ein breit aufgestelltes Mikronährstoff-Fundament naheliegend. Hier setzt BASE von Fifty Five an, ein Multivitamin- und Mineralstoffkomplex, der unter anderem Vitamin B12 und Thiamin liefert, also zwei der Nährstoffe, die unter GLP-1 häufig knapp werden. Vitamin B12 trägt nach den Vorgaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur normalen Funktion des Nervensystems bei, Thiamin zu einem normalen Energiestoffwechsel. Im Alltag heißt das: Die Basis, die sonst übers Essen kommt, bleibt abgedeckt, auch wenn die Portionen klein sind.

Zwei Nährstoffe, die BASE bewusst nicht enthält, gehören in diesem Zusammenhang gesondert betrachtet. Vitamin D zählt zu den häufigsten Defiziten überhaupt und trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei. Dafür gibt es bei uns RISE von Fifty Five. Magnesium ist ebenfalls ein typisches Sorgenkind und trägt zum Elektrolytgleichgewicht und zu einer normalen Muskelfunktion bei. Dafür steht CALM von Fifty Five. Zwei Begriffe fallen im Abnehmkontext oft: Mit kardiometabolischer Gesundheit ist das Zusammenspiel von Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel gemeint, mit kognitiver Gesundheit die geistige Leistungsfähigkeit. Als Nährstoffbaustein kann hier PULSE von Fifty Five mit den Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA passen: EPA und DHA tragen ab einer Tagesmenge von 250 mg zu einer normalen Herzfunktion bei, DHA ab 250 mg täglich zusätzlich zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion.

Welche Ergänzung für wen tatsächlich sinnvoll ist und was reines Marketing ist, etwa angebliche natürliche Abnehmspritzen, ordnet der Artikel Welche Supplements unter der Abnehmspritze wirklich Sinn machen ein.

Was nach dem Absetzen passiert

Die unbequeme Wahrheit: Setzt man die Spritze ab, ohne dass sich am Lebensstil etwas geändert hat, kehrt der alte Appetit zurück, und mit ihm oft das Gewicht. Genau deshalb sind die drei Säulen keine Begleitmaßnahme, sondern die eigentliche Versicherung gegen den Jojo-Effekt.

Wer während der Therapie Muskulatur erhalten, eine tragfähige Ernährungsweise gelernt und die Versorgung stabil gehalten hat, steht nach dem Absetzen auf einem ganz anderen Fundament. Wie dieser Übergang gelingt, behandelt der Artikel Nach der Abnehmspritze: Gewicht halten und den Jojo-Effekt vermeiden.

FAQ

Wie funktioniert die Abnehmspritze?

Abnehmspritzen enthalten Wirkstoffe wie Semaglutid oder Tirzepatid, die das Darmhormon GLP-1 nachahmen. Sie verstärken das Sättigungsgefühl, verlangsamen die Magenentleerung und senken den Appetit. Dadurch isst man von selbst weniger, die Energieaufnahme kann um bis zu 40 Prozent sinken. Tirzepatid wirkt zusätzlich an einem zweiten Hormonrezeptor.

Was ist der Unterschied zwischen Ozempic, Wegovy und Mounjaro?

Ozempic und Wegovy enthalten beide den Wirkstoff Semaglutid von Novo Nordisk, Ozempic ist für Diabetes zugelassen, Wegovy für die Gewichtsreduktion bei Adipositas. Mounjaro von Eli Lilly enthält Tirzepatid und wirkt über zwei Hormonwege, was in Studien zu stärkerem Gewichtsverlust führte. Welches Präparat geeignet ist, entscheidet dein Artz oder deine Ärztin.

Was kostet die Abnehmspritze und zahlt die Krankenkasse?

Zur reinen Gewichtsreduktion zahlen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland derzeit nicht. Je nach Präparat fallen bis zu rund 276 Euro (Wegovy) oder bis zu rund 490 Euro (Mounjaro) pro Monat an, die man selbst trägt. Bei einer Diabetes-Erkrankung ist eine Verordnung auf Kassenrezept für die zugelassenen Präparate möglich.

Kann man die Abnehmspritze ohne Diabetes bekommen?

Ja, bei entsprechender medizinischer Indikation wie Adipositas kann eine Abnehmspritze auch ohne Diabetes verordnet werden, dann in der Regel über ein Privatrezept als Selbstzahler. Die Entscheidung trifft immer eine Ärztin oder ein Arzt nach individueller Prüfung.

Wie viel Muskelmasse verliert man mit der Abnehmspritze?

In Zulassungsstudien (u. a. STEP-1, SURMOUNT-1) stammten rund 25 bis 40 Prozent des verlorenen Gewichts aus fettfreier Masse (u. a. Muskulatur). Der genaue Anteil hängt von Wirkstoff, Dosis und individuellem Verhalten ab. Krafttraining und ausreichend Protein können den Muskelverlust deutlich begrenzen.

Welche Nährstoffe fehlen unter der Abnehmspritze?

Bei reduzierter Zufuhr können am ehesten Vitamin D, Magnesium, Kalium, Cholin, Eisen, Vitamin B12, Calcium und Thiamin knapp werden. Ursache ist die stark reduzierte Nahrungsmenge und die oft geringere Vielfalt. Eine nährstoffdichte Ernährung und gegebenenfalls gezielte Nahrungsergänzung helfen, die Versorgung zu sichern.

Wie viel Protein sollte man unter der Abnehmspritze essen?

Zum Erhalt der Muskulatur im Kaloriendefizit werden nach den Referenzwerten von DGE und EFSA rund 1,2 bis 2,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich empfohlen, praktikabel oft 1,2 bis 1,6 g. Pro Mahlzeit sind etwa 20 bis 30 g hochwertiges Protein sinnvoll, ältere Menschen brauchen eher etwas mehr. Viele erreichen unter der Therapie allerdings nicht einmal den unteren Richtwert.

Muss man unter der Abnehmspritze Sport machen?

Sport ist kein Muss im rechtlichen Sinn, aber aus gesundheitlicher Sicht hochrelevant. Ohne Krafttraining geht ein größerer Anteil des Gewichts aus der Muskulatur verloren. Zwei bis vier Krafteinheiten pro Woche gelten als gute Grundlage, um Muskeln und Stoffwechsel zu schützen.

Was passiert, wenn man die Abnehmspritze absetzt?

Nach dem Absetzen kehrt der Appetit zurück, und viele Menschen nehmen wieder zu. Wer während der Therapie Muskulatur erhalten, die Ernährung umgestellt und die Versorgung stabil gehalten hat, hat deutlich bessere Chancen, das Gewicht zu halten. Das Absetzen sollte ärztlich begleitet werden.

Alle Artikel rund um Abnehmspritze und Ernährung im Überblick

Diese Artikel vertiefen einzelne Aspekte im Detail:

Disclaimer:

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Apotheker. Die hier bereitgestellten Informationen sollten nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei Gesundheitsfragen oder -beschwerden konsultiere bitte immer einen Arzt deines Vertrauens. Fifty Five übernimmt keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale. Abnehmspritzen: häufige Fragen und Antworten zum Trend.
  2. Neeland IJ, et al. Changes in lean body mass with GLP-1-based therapies and mitigation strategies. Diabetes, Obesity and Metabolism. 2024.
  3. Frontiers in Nutrition. Nutrient intake under GLP-1 receptor agonists. 2025.
  4. American Journal of Clinical Nutrition. Nutritional priorities to support GLP-1 therapy for obesity: a joint Advisory. 2025.
  5. EFSA. Scientific Opinion on Dietary Reference Values for protein. EFSA Journal 2012;10(2):2557.
  6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). D-A-CH-Referenzwerte – Protein.
  7. Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG). S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas. AWMF-Register 050/001.
  8. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Wegovy (Semaglutid) – EPAR-Übersicht.
  9. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Ozempic (Semaglutid) – EPAR-Übersicht.
  10. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Mounjaro (Tirzepatid) – EPAR-Übersicht.
  11. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Saxenda (Liraglutid) – EPAR-Übersicht.
  12. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln.
  13. Robert Koch-Institut (RKI). DEGS – Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland.
  14. Europäische Kommission. EU-Register nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben.

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